Steinerne Messer oder Nussknacker: Affen greifen genauso zu diesen Hilfsmitteln wie frühe Menschen. Und doch gibt es einen entscheidenden Unterschied, wie Euphly Jalles-Filho von der Universität São Paulo in Brasilien mit seinem Team herausfand: Die Tiere suchen mit der Beute in der Hand ein geeignetes Gerät. Ein Mensch kann dagegen das Werkzeug zur Beute holen. Ihre Erkenntnisse haben die Forscher im Journal of Human Evolution (Vol. 40, 365 ff.) veröffentlicht.
An Kapuziner-Affen in Gefangenschaft beobachteten sie, dass diese mit Nüssen zu Felsen gehen, um sie aufzuklopfen. Doch niemals ließen sie die Nuss liegen, um einen Stein zu holen. Von den frühen Menschen ist aber bekannt, dass sie Werkzeuge auch über weite Strecken zielgerichtet holten. Daraus schließen die Forscher, dass der Transport von Werkzeug ein ebenso verlässlicher Indikator für menschliche Aktivität sei wie die Werkzeuge selbst.
Das Verhalten der Kapuziner-Affen könnte nach ihrer Meinung zwei Ursachen haben. Zum einen bestehe die Gefahr des Beuteverlusts, wenn das Tier die Nüsse unbeobachtet liegen ließe. Zum anderen sei das Affenhirn wohl nicht in der Lage, eine gezielte Suche nach einem bestimmten Werkzeug in Gang zu setzen.
Die Wissenschaftler schlagen nun vor, die Definition von Werkzeug-Gebrauch um einen Aspekt zu erweitern: die Fähigkeit darüber nachzudenken, wie ein Objekt benutzt werden kann, um eine erwünschte Wirkung zu erzielen.
Bettina Hellenkamp





