Für einige Zeit am Leben in einem indischen Tempel teilzunehmen, lindert psychische Krankheiten so effektiv wie Medikamente. Das berichten indische Forscher im Fachmagazin “British Medical Journal” (Bd. 325, S. 38).
Die Psychiater vom Nationalen Institut für Mentale Gesundheit in Bangalore hatten psychisch Kranke, die zur Linderung ihrer Störungen im Sommer 2000 den Tempel von Muthuswamy in Südindien aufsuchten, mit üblichen Tests bewertet. Demnach wandten sich 23 Menschen mit paranoider Schizophrenie, sechs mit Wahnvorstellungen und zwei Manisch-Depressive an die Hindu-Mönche.
Im Tempel wurden die Patienten nicht speziell behandelt, sondern nahmen einfach am ruhigen Leben der Mönche teil. Mit Erfolg: Durch den Tempelaufenthalt seien die psychischen Störungen um beinahe 20 Prozent zurückgegangen, berichten die Forscher. Vergleichbare Werte würden auch mit Psychomedikamenten erreicht. Zudem bewerteten Angehörige den Zustand der Patienten als deutlich besser.
Vermutlich habe die unterstützende, nicht-bedrohliche Umgebung im Tempel die Linderung bewirkt, schreiben die Forscher. Jedenfalls könnten solche Institutionen einen wichtigen Beitrag für die mentale Gesundheit in Indien leisten.
ddp/bdw – Marcel Falk





