Tagespflegestätten für ältere demenzkranke Menschen wirken sich überaus positiv auf deren Wohlbefinden und geistige Gesundheit aus. Teilweise verbessert sich sogar der Zustand der Patienten, haben Berliner Psychologen nun herausgefunden. Die Ergebnisse ihrer Arbeit berichten Susanne Zank und Claudia Schacke in der Fachzeitschrift “Journal of Gerontology: Psychological Sciences” (Bd. 57, S. 348).
Die Forscher von der Freien Universität Berlin hatten mehr als 40 Patienten aus sechs Berliner Tagespflegestätten und deren Angehörige untersucht und befragt. Besucher von Tagespflegestätten zeigten sich geistig äußerst stabil. Der Zustand von dementen Patienten, die keine derartige Einrichtung besuchten, ließ dagegen deutlich nach.
Einen Einfluss auf psychisches Wohlbefinden, Zufriedenheit oder Selbstwertgefühl der Angehörigen konnten Zank und ihre Kollegin dagegen nicht feststellen – zumindest nicht mit wissenschaftlich anerkannten Methoden wie etwa standardisierten Fragebögen. Erst in weiterführenden persönlichen Interviews berichteten die Familienmitglieder, dass sie sich entlastet fühlten und Beruf und Familie besser unter einen Hut bringen könnten. Die Forscher wollen diesen Widerspruch nun in weiteren Studien klären. Dazu suchen sie aus ganz Deutschland nach pflegenden Angehörigen von Demenzkranken, die teilnehmen möchten.
Kontakt
PD Dr. Susanne Zank
Freie Universität Berlin
Fachbereich für Erziehungswissenschaften und Psychologie
Arbeitsbereich Prävention und psychosoziale Gesundheitsforschung
Arbeitsgruppe Gerontologie
Habelschwerdter Allee 45
14195 Berlin
Telefon: (+4930) 838-557 38
Fax: (+4930) 838-566 25
ddp/bdw – Cornelia Pfaff





