Frauen mit unerfülltem Kinderwunsch kommen mit Reagenzglasbefruchtung inzwischen mitunter rascher zum Ziel als normal fruchtbare Geschlechtsgenossinnen, die der Natur ihren Lauf lassen. Das berichtet das Wissenschaftsmagazin New Scientist. Die Erfolgsquote hat jedoch einen Schönheitsfehler: Die Zahl der Zwillings- und Drillingsgeburten steigt ebenfalls an.
Bei der IVF (In-Vitro-Fertilisation) lagen die durchschnittlichen Erfolgschancen für eine Schwangerschaft bisher weltweit bei 20 bis 25 Prozent. Die kleine australische Fruchtbarkeitsklinik Reproductive Medicine Albury erzielt nach eigenen Angaben seit kurzem eine Schwangerschaftsrate von 43 Prozent pro IVF-Zyklus. Verantwortlich dafür ist die stärkere Temperaturkontrolle der Eier und Embryos. Seit September 2001 werden sie im Labor auch außerhalb des Wärmeschranks konstant auf Körpertemperatur gehalten. Auch die Qualität der Nährflüssigkeit wurde verbessert, in der Ei- und Samenzellen zusammengebracht werden.
Die Erfolgsquote für IVF und ICSI (Mikro-Injektion) zusammen verdoppelte sich so in den letzten vier Monaten von 18 auf 36 Prozent. Probleme macht die steigende Zahl von Mehrlingsgeburten: Rund die Hälfte der Patientinnen der australischen Klinik erwartet Zwillinge. Bei herkömmlicher IVF werden normalerweise in 16 bis 18 Prozent der Fälle Zwillinge geboren.
Die Chance auf ein Kind liegt bei normal fruchtbaren Paaren, die Geschlechtsverkehr haben, bei rund 25 Prozent.
Almut Bruschke-Reimer





