Das lästige Tragen einer Augenklappe bei Kindern mit Schwachsichtigkeit kann auch stark verkürzt werden: Amerikanische Wissenschaftler haben in einer Studie gezeigt, dass statt der üblichen sechs Stunden am Tag auch zwei Stunden ausreichen. Über ihre Ergebnisse berichten sie in der Fachzeitschrift ” Archives of Ophthalmology” (Maiausgabe).
Schwachsichtigkeit ? auch Amblyopie genannt ? tritt oft im frühen Kindesalter auf. Dabei ist ein Auge durch ständigen Nichtgebrauch deutlich schlechter als das andere. Ursachen dafür sind beispielsweise Schielen oder ein starker Unterschied in der Sehfähigkeit zwischen beiden Augen. Die Wissenschaftler um Michael Repka vom Johns-Hopkins-Kinderzentrum in Baltimore (USA) wiesen nun in einer Studie mit fast zweihundert erkrankten Kindern nach, dass es genügt, das gesunde Auge nur zwei Stunden am Tag zu bedecken. Die Kinder sollten sich dabei, laut Repka, eine Stunde lang mit “naher Arbeit” beschäftigen, also etwa mit Malen oder Lesen.
Der entscheidende Faktor der Behandlung ist es, das kranke Auge zu fördern. Für Eltern ist es jedoch oft schwer, ihre Kinder von der Notwendigkeit einer Augenklappe zu überzeugen. Die neuen Erkenntnisse könnten daher den Umgang mit der Augenerkrankung stark erleichtern. Eine schnelle Behandlung ist außerordentlich wichtig, da das Sehvermögen sonst auf Dauer beeinträchtigt bleiben kann.
Die Untersuchung beschränkt sich bisher auf Kinder mit einer leichten Amblyopie. Repka hofft jedoch, bald die Ergebnisse einer weiteren Studie zu erhalten. Diese wird derzeit mit Kindern durchgeführt, die an schwerer Schwachsichtigkeit leiden. Eine weitere Untersuchung soll zeigen, ob die Stunde Naharbeit tatsächlich wichtig ist für eine erfolgreiche Behandlung.
ddp/bdw ? Stefanie Offermann





