Nachdem eine Minikamera im Pillenformat in Europa erfolgreich getestet wurde, gab nun auch die amerikanische FAD (Food and Drug Administration) ihr OK für den Einsatz des so genannten Given Imaging Diagnostic System.
Die vom israelischen Konzern Given Imaging LTD entwickelte Wegwerfkamera gilt als Fortschritt in der Diagnose von Krebs, Anämie, Darmpolypen und Blutungen. Einmal geschluckt, durchläuft diese Kamera, die in Form und Ausmassen einer Pille entspricht, Magen und Darm und wird danach einfach über den Stuhl wieder ausgeschieden.
Auf ihrem Weg durch den Verdauungstrakt macht die Kamera dabei Aufnahmen mit einer Geschwindigkeit von zwei Bildern pro Sekunde, die über Radiowellen an einen Rekorder gesendet werden, den der Patient während der Prozedur bequem um den Bauch trägt.
Eine Erleichterung für den Patienten, denn eine Untersuchung des Dünndarms war zum Beispiel bislang nur durch eine Endoskopie durch die Mundhöhle möglich. Ein weiterer Vorteil dieser neuen Methode: Endlich kann ein zirka 6 Meter langer Bereich des Dünndarms untersucht werden, der bislang ein blinder Fleck für die Diagnostik war. Auch haben Versuche mit Tieren und Testpersonen gezeigt, dass diese neue Methode keine Nebenwirkungen hat.
Jedoch kann das neue Verfahren lediglich als Ergänzung, und nicht als Ersatz für traditionelle Diagnoseverfahren wie Endoskopie oder Röntgenaufnahmen gelten. Die Lebensdauer der Batterie beträgt nämlich nur 8 Stunden, und ist somit nicht ausreichend für eine komplette Dokumentation des Verdauungsapparates. Deshalb ist auch von einer Untersuchung bei Patienten mit Darmverstopfung abzusehen.
Knut Zimmer





