Eine einzige Impfung könnte Kinder möglicherweise in Zukunft vor verschiedenen Formen bakterieller Hirnhautentzündung gleichzeitig schützen. Das lassen Versuche britischer Forscher an Mäusen hoffen. Über ihre Untersuchungen berichten Johnjoe McFadden von der Universität Surrey und seine Kollegen in der Fachzeitschrift “Infection and Immunity” (Bd. 72, S. 338).
Häufige Ursache einer Meningitis sind so genannte Meningokokken ? Bakterien, die zum Beispiel über Niesen und Husten von Mensch zu Mensch übertragen werden können. Während es gegen einen Teil der Erreger, gegen die A- und die C-Gruppe, bereits wirksame Impfungen gibt, existiert für Meningokokken aus der B-Gruppe noch kein Schutz.
Die Wissenschaftler um McFadden haben nun Bakterien aus der C-Gruppe gentechnisch so verändert, dass sie bei Mäusen keine Krankheit mehr hervorrufen konnten. Das Immunsystem der mit diesem veränderten Erreger geimpften Nager entwickelte nicht nur Abwehrmechanismen gegen die Bakterien aus dieser Gruppe, sondern gegen Meningokokken aller drei Gruppen. Daher sollte es möglich sein, mit einer einzigen Impfung vor allen Meningokokken zu schützen und damit die Impfstrategie gegen die gefürchtete Krankheit zu revolutionieren, hoffen die Forscher. Bis dahin ist allerdings noch einige Forschungsarbeit nötig. Zurzeit arbeiten die Wissenschaftler daran, die Immunantwort der geimpften Mäuse näher zu untersuchen.
Hirnhautentzündung oder Meningitis trifft vor allem Kinder und Jugendliche und kann trotz Behandlung mit Antibiotika besonders bei Neugeborenen fatale Folgen haben. Bis zu zehn Prozent der Betroffen sterben an der Krankheit, Überlebende tragen mitunter schwere Defekte wie Lähmungen oder geistige Behinderungen davon.
ddp/bdw ? Cornelia Pfaff





