Japanische Wissenschaftler haben ein neues Verfahren getestet, um die Durchblutung erkrankter Herzkranzgefäße zu verbessern. Indem sie Knochenmarkszellen des Patienten in den Herzmuskel injizierten, lösten sie die Bildung neuer Blutgefäße aus. Über die bisherigen Ergebnisse einer noch andauernden Studie berichtete Kimikazu Hamano von der Yamaguchi University in Ube auf einer Tagung der American Heart Association.
Wir halten diese neue Behandlung für sicher und glauben, dass sie eine Alternative für Herzpatienten sein könnte, denen anders nicht geholfen werden kann, sagte Hamano. Die fünf bisher für die Studie ausgewählten Patienten waren im Durchschnitt 66 Jahre alt und litten unter fortgeschrittener koronarer Herzerkrankung. Eine Bypass-Operation war bei ihnen nicht mehr möglich.
Die Wissenschaftler entnahmen den Patienten Knochenmarkszellen aus der Hüfte und stellten daraus ein Zellpräparat her, das einen großen Anteil an Stammzellen enthielt. Diese Stammzellen sind in der Lage, sich in verschiedene Zelltypen, darunter auch in Blutgefäß bildende Zellen, umzuwandeln. Jeder Patient erhielt 5-22 Injektionen des Präparats in die besonders stark geschädigte Region des Herzmuskels. Über einen Zeitraum von mindestens einem Jahr wurde die Blutversorgung des Herzens kontrolliert. Bei drei der Patienten verbesserte sich die Durchblutung deutlich und die Brustschmerzen verschwanden. Die beiden anderen zeigten keine Veränderung.
Die Forscher sind davon überzeugt, dass die verbesserte Durchblutung auf die Bildung neuer Blutgefäße zurückzuführen ist, obwohl diese nicht direkt nachweisbar sind. Grund dafür sei, dass neu gebildete Blutgefäße aufgrund ihres geringen Durchmessers röntgenologisch nicht sichtbar gemacht werden können, erklärte Hamano. Die Studie wird zurzeit mit weiteren Patienten fortgesetzt.
Joachim Czichos





