Wenn Kinder aus sozial schwachen Familien beim Sprechenlernen in den ersten Lebensjahren hinter der Norm zurückbleiben, holen sie das später kaum mehr auf. Das haben Wissenschaftler von der Staats-Universität Pennsylvania auf dem Jahrestreffen der “Population Association of America” in Washington berichtet. Kinder in ärmlichen Verhältnissen werden durch den geringen Wortschatz der Eltern negativ beeinflusst, erklärt der Soziologe George Farkas, einer der Autoren der Studie.
Farkas und Kurt Beron von der Schule für Sozialwissenschaften der Universität Texas haben zwischen 1986 und 1996 Daten über die sprachlichen Kenntnisse Tausender Kinder im Alter zwischen 3 und 14 Jahren gesammelt. Sie fanden, dass sich die sprachliche Kluft zwischen Kindern aus sozial schwachen und gut bürgerlichen Familien erstmals im Alter von 36 Monaten deutlich zeigt. Im vierten und fünften Lebensjahr vertieft sie sich dann zunehmend. In der Schule, wenn alle Kinder Lesen lernen, gleichen sich die Unterschiede zwar für kurze Zeit aus, fanden die Forscher. Danach fallen die sozial benachteiligten Kindern aber wieder ab.
Spätestens im Teenager-Alter machen sich die Unterschiede zwischen den Kindern aus “besseren” Kreisen und denen aus sozial schwachen Familien in den Bereichen Wortschatz, Lesekenntnisse und Mathematik deutlich bemerkbar.
Dabei ist nicht nur der Wortschatz der Eltern für die Misere verantwortlich. So würden Eltern unter finanziellem und sozialem Druck auch seltener mit ihren Kleinkindern sprechen und ihnen etwas vorlesen, so die Forscher.
Joris Maling





