Immunzellen des Knochenmarks könnten in Zukunft eine wirkungsvolle Waffe gegen Krebs sein. Heidelberger Krebsforschern ist es gelungen, mit Hilfe von Immunzellen – den so genannten Gedächtnis-T-Zellen – in Mäuse eingepflanzte Tumorzellen abzutöten. Wie das Deutsche Krebsforschungszentrum in Heidelberg am Donnerstag mitteilte, hoffen die Wissenschaftler um den Immunologen Volker Schirrmacher nun auf die Entwicklung einer wirksameren immunologischen Therapie als bisher. Bisher hätten sich Ansätze zur zellulären Krebstherapie hauptsächlich auf Immunzellen aus dem Blut konzentriert. Diese erwiesen sich in der Studie jedoch als weniger effektiv als Immunzellen aus dem Knochenmark.
Die Forscher hatten bei einer Mehrheit der 84 untersuchten Brustkrebspatientinnen die Gedächtnis-T-Zellen im Knochenmark gefunden. Anschließend verpflanzten sie sowohl Tumorgewebe als auch die Knochenmarks-Immunzellen der Patientinnen in Mäuse mit defektem Immunsystem. Nach drei Wochen waren in den behandelten Tieren keine Tumorzellen mehr nachweisbar. Immunzellen aus dem Blut hingegen konnten Tumorzellen nicht eliminieren. Die Forscher fanden heraus, dass die Gedächtnis-T-Immunzellen aus dem Knochenmark speziell gegen Eiweißmoleküle auf der Oberfläche von Tumorzellen gerichtet waren. Die Studie ist in der Zeitschrift “Nature Medicine” (Bd. 7, S. 452) vom April veröffentlicht.
dpa





