Der Methanausstoß, so Lorke, fällt zwar im Vergleich zu den Emissionsraten eines Kohlekraftwerks nicht besonders in Gewicht, doch Staudämme und Talsperren verändern auch die Ökologie des Flusses. “Es erodiert das Flussbett unterhalb des Staudamms”, berichtet Ercan Ayboga von der Universität Erfurt. Wie der Wasserbauingenieur in der November-Ausgabe von natur erklärt, holen sich die Flüsse die im Stausee abgesunkenen Sedimente wieder zurück: und zwar unterhalb der Staumauer. “Dadurch verschwinden ganze Sand- und Kiesbänke, in denen sich Insekten und andere Kleintiere verstecken oder Fische laichen”, so Ayboga.
Talsperren bereiten Fischen und Krebsen auch noch ein anderes Problem. Die Tiere können nicht mehr auf die andere Seite des Damms gelangen, etwa um Laichplätze zu erreichen. Daher plädiert Ayboga dafür, Staudämme zurückzubauen. Kurz: Sie zu sprengen. Vor allem wenn die Bauten schon älter sind, und ihr voller Nutzen als Trinkwasserspeicher oder Wasserkraftwerk nicht mehr garantiert ist. Statt Dämme abzureißen, sagt Ercan Ayboga, werden die Stauseen in Deutschland aber oft in Freizeitseen umgewandelt.
Mehr als 300 Talsperren zerschneiden die Flüsse in Deutschland. Abgerissen wurden bislang nur zwei – die Talsperre Krebsbach in Ostthüringen und die Herbringshauser Talsperre bei Wuppertal. Weitere Rückbauten sind bisher nicht geplant.
Über den Rückbau von Staudämmen spricht Ercan Ayboga in der November-Ausgabe von natur.
Foto: Fotolia/Strippenzieher




