Giftige und die Umwelt belastende Lösungsmittel könnten in der chemischen Industrie durch eine neue Klasse von synthetischen Flüssigkeiten ersetzt werden. Wie internationale Chemiker diese Woche auf dem Jahrestreffen der American Chemical Society berichten, haben die so genannten ionischen Flüssigkeiten das Potenzial, die Produktionsabläufe für viele Substanzen zu revolutionieren.
Mit den ionischen Flüssigkeiten tritt die Organische Chemie in das 21. Jahrhundert ein. Viele Dinge werden sich ändern, meint Chemiker Ken Seddon von der Queen´s University of Belfast, der als führender Forscher auf dem Gebiet der “grünen” Chemie gilt.
Diese neuen Lösungsmittel sind chemisch dem ionischen Kochsalz sehr ähnlich. Da sie allerdings bei Raumtemperatur flüssig sind, können sie dort als Lösungsmittel eingesetzt werden, wo bisher Azeton, Kerosin oder Naphta eingesetzt wurde. Sie können Schwermetalle wie Cadmium oder Quecksilber aus Wasser filtern und danach relativ leicht wieder recycelt werden. Zudem verflüchtigen sie sich sehr viel schwerer als organische Flüssigkeiten, wodurch der schädliche Einfluss auf Gesundheit und Umwelt stark verringert werden kann.
Im Unterschied zu den rund 300 verwendeten organischen Lösungsmitteln lassen sich Milliarden verschiedener ionischer Flüssigkeiten künstlich herstellen. Jede wird dabei exakt auf den gewünschten Zweck zugeschnitten.
Jan Oliver Löfken





