Der von der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU) verliehene Deutsche Umweltpreis ist mit einem Preisgeld von 500.000 Euro der höchstdotierte Umweltpreis Europas. Sein Ziel ist es, Einsatz und Leistungen auszuzeichnen, die entscheidend und in vorbildhafter Weise zum Schutz und zur Erhaltung der Umwelt beitragen. In diesem Jahr setzte die Jury bei ihrer Preisvergabe einen klaren Schwerpunkt: der Schutz und die Erforschung der Ozeane.
“Lebendige Ozeane sind ein Muss. Ohne sie können wir nicht existieren”, betonte DBU-Generalsekretär Alexander Bonde bei der Bekanntgabe der Preisträger. Tatsächlich aber seien die Ozeane in einem bedenklichen Zustand. Das Schmelzen der Polkappen, die Erwärmung sowie die Industrialisierung, Überfischung und Müllmengen ungeahnten Ausmaßes gefährden dieses so wichtige Ökosystem immer mehr, so Bonde. Auf die Bedeutung der Ozeane, aber auch von sauberem Trinkwasser und einer nachhaltigen Wassernutzung weisen die diesjährigen Preisträger hin.

Forscherin an der Schnittstelle von Mensch und Ozean
Die Meeresforscherin Antje Boetius hat viel dazu beigetragen, die Verbindung der marinen Lebenswelt mit dem Klima und anderen Prozessen unseres Planeten aufzuzeigen. So deckte sie durch ihre Forschung unter anderem auf, welche große Rolle Bakterien-Populationen am Meeresgrund für das Weltklima spielen. Diese Mikroben bauen unter Ausschluss von Sauerstoff Methan ab, das im Ozeangrund in großen Mengen vorkommt. “Methan wirkt als Treibhausgas 25-mal stärker als Kohlendioxid. Die Bakterien sorgen dafür, dass nur ein Teil aus den Ozeanen in die Atmosphäre entweicht und verhindern somit ein schnelleres Aufheizen des Planeten”, erklärt Bonde.
Boetius gehört aber auch zu den Forschern, die die Tragweite des menschlichen Einflusses auf den Ozean enthüllt und erforscht hat. Sie hat unter anderem nachgewiesen, dass Mikroplastik bereits im Meereis und sogar in der Tiefsee in großen Mengen nachweisbar ist. Ihre Arbeiten belegen auch, wie nachhaltig die Fischerei die Ozeane und ihre Lebenswelt weltweit verändert hat. Ein weiteres Thema der Wissenschaftlerin ist der Tiefsee-Bergbau: Ihr Ziel sei es, “deutlich zu machen, dass die noch kaum erforschte Welt der Tiefsee nicht Opfer destruktiver Verfahren des Tiefseebergbaus wird wie es durch den Abbau von Rohstoffen wie Mangan, Eisen, Kobalt und seltenen Metallen möglich wäre”, sagt Bonde.






