Vom 17. Bis 28. August tagten in Genf Delegierte der 183 Vertragsstaaten des Übereinkommens über den internationalen Handel mit gefährdeten freilebenden Tieren und Pflanzen (CITES). Im Laufe der Tagung wurde über insgesamt 101 Arbeitsdokumente und 56 Anträge diskutiert und abgestimmt – so viel wie noch bei keiner CITES-Konferenz zuvor. Dabei ging es teilweise um bestehende Schutzbestimmungen, teilweise aber auch darum, bisher nicht erfasste Spezies durch Handelsbeschränkungen oder Ausfuhrverbote unter Schutz zu stellen.
Schutz für Giraffen und exotische Heimtiere
Insgesamt beschlossen die Delegierten der CITES-Konferenz für 124 Tier- und 20 Pflanzenarten einen besseren Schutz. Ein Großteil dieser Maßnahmen betrifft den Handel mit exotischen Heimtieren – Tieren, die bei Sammlern und Züchtern in Europa, Asien und Nordamerika hoch begehrt sind, aber in ihren heimischen Lebensräumen auszusterben drohen. Für 114 dieser Arten wurde daher nun der Handel mit Wildfängen verboten, darunter Asiatische Zwergotter, viele Echsenarten, Schildkröten, eine Schlange, 50 Amphibienarten und 15 Ornament-Vogelspinnen. Ein Teil dieser Spezies war zuvor ungeschützt, für andere galten schon Handelsbeschränkungen.
Neu ist auch ein verstärkter Schutz für Giraffen – sie werden erstmals in den Anhang II des CITES-Abkommen aufgenommen. Das bedeutet, dass diese Tiere künftig nicht mehr frei gehandelt werden dürfen. Stattdessen unterliegt ihr Export nun Handelskontrollen und auch für Jagdtrophäen gilt eine Registrierungs- und Genehmigungspflicht. Hintergrund dieses Beschlusses ist die Tatsache, dass die Bestände der Giraffen in Afrika in den letzten rund 30 Jahren um 40 Prozent zurückgegangen sind. Inzwischen gibt es nach Schätzungen der Internationalen Naturschutzunion (IUCN) nur noch rund 100.000 Giraffen in freier Wildbahn.
Kein Handel mit wilden Jung-Elefanten mehr
Ein weiterer Erfolg der Artenschutzkonferenz betrifft den Schutz von Elefanten. Trotz ihres generellen Schutzstatus war es in einigen afrikanischen Ländern bisher gängige Praxis, junge Elefanten in Nationalparks zu fangen und an Zoos und Zirkusse zu verkaufen. Allein in Simbabwe sollen dafür nach Angaben von Artenschützern zwischen 2012 und 2017 mindestens 108 Elefantenkinder aus ihren Herden gerissen worden sein. “Elefanten gedeihen nicht gut in Zoos – deswegen sind einige weiterhin an Nachschub junger Tiere aus der Natur interessiert”, erklärt die Biologin Daniela Freyer von der Artenschutzorganisation Pro Wildlife.
Jetzt hat die Vollversammlung der Weltartenschutzkonferenz mit 87 Ja gegen 29 Nein-Stimmen und 25 Enthaltungen bestätigt, dass wilde Afrikanische Elefanten aus vier Staaten, darunter auch aus Simbabwe, nicht mehr an Zoos und Zirkusse geliefert werden dürfen. Der Beschluss sieht vor, dass wilde Afrikanische Elefanten nur für Artenschutzmaßnahmen in ihrem natürlichen Lebensraum ausgeführt werden dürfen. Dies soll aber nur in außergewöhnlichen Fällen und in Absprache mit dem Tierausschuss von CITES und der IUCN African Elephant Specialist Group möglich sein. “Das sollte dem Handel mit jungen Elefanten, vor allem aus Simbabwe ein Ende bereiten”, kommentierte Mark Jones von der Artenschutzorganisation Born Free.




