Forscher entdeckten ein erhöhtes Risiko für eine Gliom genannte Gehirntumor-Variante bei Arbeitern in bestimmten Industrien. Die Wissenschaftler um Tongzhang Zheng von der Yale University, New Haven, Connecticut berichten darüber in der April-Ausgabe Fachzeitschrift Journal of Occupational and Environmental Medicine.
Zhengs Team verglich 412 Einwohner Iowas, bei denen zwischen 1984 und 1987 ein Gliom diagnostiziert wurde, mit 2.434 nicht an Krebs erkrankten Individuen. Im Vergleich mit gesunden Männern stellte sich heraus, dass die an einem Gliom erkrankten Personen vor allem in Installateur-, Heizungs-, Klimaanlage-, Dachdecker- und Glasmetallbetrieben sowie bei der Gummi- und Plastikherstellung oder an Tankstellen gearbeitet haben.
Für Frauen liegen nach dieser Studie die riskanten Jobs in der Landwirtschaft, in der Kleider- und Textilindustrie, bei elektrischen und elektronischen Herstellungsprozessen, in Kaufhäusern und anderen Einzelhandelsgeschäften. Bei den meisten dieser Beschäftigungen schien das Gliom-Risiko für Frauen zu steigen, je länger sie in diesem Bereich arbeiteten.
“Ein erhöhtes Risiko für die Entstehung von Gehirntumoren in diesen Industriezweigen könnte von dem Kontakt mit Pestiziden und Lösungsmitteln herrühren, ebenso wie mit Farbstoffen, Formaldehyd, Metalldämpfen und anderen Chemikalien oder krebsverursachenden Stoffen,” so Zheng in einer Pressemitteilung. Jedoch räumt er ein, dass diese Entdeckungen noch kein Beweis für einen Zusammenhang zwischen der Arbeit in den Bereichen und einem Gehirn-Gliom sind: “Es sind weitere Studien notwendig, die Ergebnisse könnten auch nur ein Zufall sein.
In ihrem Bericht weisen die Wissenschaftler darauf hin, dass es eine Zunahme von Gehirntumoren, besonders unter älteren Arbeitern, in vielen Industrieländern gibt. Die bessere medizinische Sorgfalt und Fortschritte in der Diagnose von Gehirntumoren könnten die Zunahme der registrierten Gliome aber nicht völlig erklären, so die Forscher. Die Diagnose von Gehirntumoren erfolgt meist durch Computer-Tomographie und Kernspinresonanz-Tomographie.
Gliome genannte Tumore entstehen in Gehirn und Rückenmark aus nichtneuronalen Zellen, den so genannten Gliazellen, deren eigentliche Funktion unter anderem Isolation und Schutz von Nervenzellen ist.
Nicole Waschke





