200 Jahre nach Heinrich Heines berühmter Harzreise macht sich Steffen Kopetzky ebenfalls auf den Weg durchs nördlichste deutsche Mittelgebirge. Die Route führt den Romanautor wie sein Vorbild von Göttingen aus in östliche Richtung. Es geht über die Bergbaustadt Clausthal nach Goslar, hinauf zum Brocken und schließlich über Wernigerode zum Ziel in Thale. Stehen zu Beginn vor allem die körperlichen Herausforderungen bei dieser langen Wanderung im Mittelpunkt, wird der Blick bald weiter. Dem Autor fallen einerseits strukturschwache, von Bevölkerungsschwund gezeichnete Städte mit viel Leerstand und vom Borkenkäfer verwüstete Fichtenwälder auf. Auf der anderen Seite staunt er immer wieder über die Schönheit der Natur und freut sich über liebevoll hergerichtete Altstädte voller Leben. Von ähnlich unterschiedlicher Qualität sind auch die Gespräche mit den Menschen, denen Steffen Kopetzky unterwegs begegnet. So wird aus dieser neuen Harzreise ein Buch, das in kleinen Beobachtungen den gegenwärtigen Zustand des gesamten Landes treffend zusammenfasst. Voller Widersprüche und konfrontiert mit großen ökonomischen, ökologischen und politischen Herausforderungen. Aber eben auch weltoffen, zuversichtlich und vielfältig. Christoph Walter
Steffen Kopetzky:
Die Harzreise.
Rowohlt Berlin. 240 S., 23 €





