Der Atlantische Lachs war einst im Rhein heimisch und wanderte zum Laichen den Fluss und seine Nebenarme hinauf. Seit 1958 gilt er dort jedoch als ausgestorben. Seit den 1990er-Jahren gibt es deshalb Versuche, den Wanderfisch wiederanzusiedeln. Dafür werden jedes Jahr mehr als eine Million Junglachse aus Aufzuchtstationen in geeignete Nebenflüsse des Rheins eingesetzt. Dort wachsen sie heran, bevor sie ins Meer wandern und Jahre später zum Laichen in ihren Heimatfluss zurückkehren. Tatsächlich werden inzwischen wieder regelmäßig Junglachse und Rückkehrer aus dem Meer im Rheinsystem nachgewiesen.
Wie erfolgreich ist die Wiederansiedlung?
Unklar war bislang jedoch, in welchem Umfang diese Lachse tatsächlich aus den Besatzmaßnahmen stammen. Deshalb hat nun ein Forschungsteam um Christian Löb von der Rheinland-Pfälzischen Technischen Universität Kaiserslautern-Landau die Herkunft der Lachse genetisch untersucht und überprüft, wie erfolgreich die Wiederansiedlungen sind. Die Forschenden untersuchten dafür zwischen 2020 und 2025 mehr als 15.500 genetische Proben von Lachsen aus dem Rheingebiet. Diese stammten von Elterntieren aus Aufzuchtstationen, Junglachsen in unterschiedlichen Entwicklungsstadien und ausgewachsenen Rückkehrern. Ergänzend flossen Daten aus Frankreich und der Schweiz in die Untersuchung ein.
„Durch die Analyse individueller DNA-Proben aus Flossengewebe, Schuppen oder Abstrichen können Herkunft, Verwandtschaftsverhältnisse, Anteil der besetzten Fische an der Population, natürliche Reproduktion und genetische Diversität untersucht werden”, schreiben die Autoren der Studie. Außerdem verglich das Forschungsteam verschiedene Besatzstrategien und untersuchte, welchen Einfluss das Alter und die genetische Herkunft der Lachse sowie der Zeitpunkt und der Ort des Aussetzens auf die Wiederansiedlung haben. Mithilfe von zusätzlichen Wasserproben konnten die Forschenden zudem durch Umwelt-DNA zeigen, ob Lachse in einem Gewässer vorkommen, ohne dass die Tiere dafür gefangen werden müssen.
Lachse kehren wieder, aber noch keine selbsterhaltende Population
Die Ergebnisse zeigen, dass die Wiederansiedlungsprogramme erste Wirkung zeigen. Die Forschenden konnten mithilfe der genetischen Analysen nachweisen, dass ausgesetzte Junglachse später als ausgewachsene Tiere in das Rheinsystem zurückkehren. Die heutigen Rheinlachse stammen dabei aus unterschiedlichen Zuchtlinien und weisen eine hohe genetische Vielfalt auf. „Die Ergebnisse zeigen deutliche Unterschiede in der genetischen Diversität der im Rheinprogramm eingesetzten genetischen Herkünfte“, berichten Löb und sein Team.





