Erde & Umwelt

Farbmuster auf dem Rücken von Stachelspinnen lockt Beute ins Netz

Stachelspinnen locken mit ungewöhnlichen, farbenfrohen Mustern auf ihrem Rücken ihre Beute an. Je bunter der Rücken der Tiere, desto größer ist ihre Chance, dass sich Opfer im Netz verfangen, berichtet ein amerikanischer Biologe im Journal "Ecological Entomology" (Der Artikel erscheint in der Septemberausgabe).
Stachelspinnen locken mit ungewöhnlichen, farbenfrohen Mustern auf ihrem Rücken ihre Beute an. Je bunter der Rücken der Tiere, desto größer ist ihre Chance, dass sich Opfer im Netz verfangen, berichtet ein amerikanischer Biologe im Journal “Ecological Entomology” (Der Artikel erscheint in der Septemberausgabe). Die Entdeckung dieser tödlichen Verwendungsmöglichkeit von Farbenpracht ist eine Überraschung ? normalerweise benutzen Tiere Farben, um ihre Partner anzuziehen. Bei räuberischen Arten sind bunte, kontrastreiche Zeichnungen eher selten, da die auffälligen Muster potenzielle Beute auf den lauernden Räuber aufmerksam machen könnten. “Vielleicht imitieren die Farbmuster auf dem Rücken der Stachelspinnen die Farbe von Nahrungsquellen wie zum Beispiel von Blüten”, spekuliert Mark E. Hauber von der Cornell Universität. Der Verhaltensforscher hatte Stachelspinnen (Gasteracanthinae) im Nordosten Australiens beobachtet. Er bedeckte bei einigen Tieren das auffällige schwarz-gelb gestreifte Rückenmuster mit schwarzer Farbe. Exemplare mit schwarzen Rücken fingen deutlich weniger Beute als die normal gestreiften Tiere. “Es wäre auch möglich, dass diese Muster ultraviolette Strahlung stark reflektieren”, sagt Hauber. “Viele Fliegen und Moskitos fühlen sich von diesem Licht angezogen.” Hauber beobachtete die Strategie der ungewöhnlichen Spinnen genau. Sie bauen ihr Netz leicht schräg und setzen sich dann auf die Unterseite ihrer Wohnstätte. Ihr bunter Rücken zeigt also zum Boden. So dienen die Sonne und die umliegende Vegetation als Tarnung für das Netz. Bilder von einigen Stachelspinnen in Singapur: Gasteracantha arcuata Gasteracantha doriae Gasteracantha hasseltii Gasteracantha kuhlii Gasteracantha mammosa Cornelia Pfaff

Mehr aus Erde & Umwelt

Weitere aktuelle Artikel aus der Rubrik Erde & Umwelt.

Alle Erde & Umwelt-Artikel
20. Todestag: Heinz Sielmann - ein Leben für Tierfilm und Naturschutz
Erde & Umwelt

20. Todestag: Heinz Sielmann - ein Leben für Tierfilm und Naturschutz

5. Oktober 2026

Mit seinen „Expeditionen ins Tierreich“ nahm Heinz Sielmann ab den 1960er Jahren ein Millionenpublikum mit zu faszinierenden Wundern der Natur.

Deutschlands Naturwunder des Jahres 2026: Die Teufelsmauer
Erde & Umwelt

Deutschlands Naturwunder des Jahres 2026: Die Teufelsmauer

30. September 2026

Sagenumwobene Felsen: Die Teufelsmauer - eine einzigartige Formation hoher Sandsteinfelsen am Harz-Nordrand - wurde zum Naturwunder des Jahres 2026 gewählt.

Bäume: Mehr Zeit zum Wachsen bedeutet nicht immer mehr Holz
Erde & Umwelt

Bäume: Mehr Zeit zum Wachsen bedeutet nicht immer mehr Holz

25. September 2026

Die steigenden Temperaturen verlängern die Vegetationsperioden. Bäume könnten dadurch länger Holz bilden und potenziell mehr CO₂ speichern – oder doch nicht?

Ein Haufen Arbeit
natur PlusErde & Umwelt

Ein Haufen Arbeit

24. September 2026

Unsere Autorin legt in ihrem Garten einen Kompost an. Mit der Zeit wird ihr jedoch klar: Sie gründet vielmehr eine WG – inklusive heißer Party.

← Zurück zu Erde & UmweltZur Startseite