In zwölf Etappen und Pflanzenporträts nimmt der Autor uns mit zu den kleinsten Brachen, den Pflasterritzen, und den großen, wie dem Landschaftspark der Zeche Zollverein. Für ihn ist klar: Wer die Schönheit und Vitalität nicht sieht, unterliegt seinen kulturellen Prägungen und verpasst eine Chance. Denn mittlerweile ist die Artenvielfalt in den Städten größer als auf den landwirtschaftlichen Flächen. Der Wildwuchs auf den Brachen ist, selbst wenn dort Müll liegt, kein Zeichen für einen Niedergang, sondern ein Lebensraum für Tiere und seltene Pflanzen. David Bröderbauer gelingt es überzeugend, unsere Wahrnehmung zu verändern: Nach der Lektüre sieht man jede Brachfläche mit anderen Augen – als Refugium statt als Schandfleck. Dagmar Eckhardt
David Bröderbauer:
Acker, Baulücke, Deponie. Ein Brachenatlas.
Matthes & Seitz Verlag. 224 S., 26 €





